Kollokationen im DaF-Unterricht

Kollokationen im DaF-Unterricht

4.11 - 1251 ratings - Source



Inhaltsangabe:Einleitung: Der Mensch als schAppferisches Wesen neigt dazu, in allen Lebensbereichen die herkApmmlichen Formen zu verAcndern und zu modifizieren. So pflegt er auch einen kreativen Umgang mit seiner Sprache, ohne welchen es keinen Sprachwandel gAcbe. Ein kreativer Sprachgebrauch darf aber nicht in eine grenzenlose KreativitAct aller Sprecher ausufern. Dies wA¼rde zu einem vAplligen Zusammenbruch der Kommunikation fA¼hren, weil dann niemand die kreativen Konstrukte seines GesprAcchspartners entschlA¼sseln kApnnte. In der Sprache kommt es also auf ein wohldosiertes VerhAcltnis zwischen Kreation und Imitation an. Hat aber der imitative oder der kreative Sprachgebrauch den grApAŸeren Stellenwert in der alltAcglichen Kommunikation? Wenn wir unser Sprachverhalten genauer betrachten, so stellen wir fest, dass wir in den meisten Situationen einen imitativen Sprachgebrauch vorziehen. Obwohl wir aufgrund unserer sprachlichen KreativitAct und der Beherrschung der morpho-syntaktischen Regeln der Sprache A„uAŸerungen aus dem vorhandenen Vokabular im Moment des Sprechens frei konstruieren kApnnten, tendieren wir dennoch zu einem ausgiebigen Gebrauch halbfertiger Produkte unserer Sprache. Die Beherrschung dieser vorgefertigten formelhaften Sequenzen und ihre Verwendung beim Sprechen trAcgt zur NatA¼rlichkeit unseres sprachlichen Ausdrucks und zur FlA¼ssigkeit unserer Rede bei. Zu den formelhaften Sequenzen gehApren auch Kollokationen jene konventionellen, syntagmatischen Wortkombinationen, die sich regelmAcAŸig wiederholen, sich durch eine limitierte kombinatorische KapazitAct charakterisieren und lexikalisch determiniert sind. Jeder Sprecher spA¼rt intuitiv, dass viele WAprter seiner Muttersprache dazu tendieren, in relativ festen und wiederkehrenden Kombinationen aufzutreten, z.B. ein Verbrechen begehen, eine Frage stellen, einen Vortrag halten, einen Vertrag schlieAŸen, ein Tor schieAŸen, Unkraut jActen, einen Spaziergang machen, Fahrrad fahren, blondes Haar, starker Raucher, gelbe ZAchne, schmutziges Geld, schwer verletzt, tief beeindruckt, weit verbreitet. Viele dieser Wortkombinationen treten mit einer solchen HAcufigkeit und Vorhersagbarkeit auf, dass die Wahl einer Konstituente automatisch die Auswahl anderer Konstituenten in ihrem unmittelbaren Kontext zu bedingen scheint. Wegen der Unmarkiertheit solcher Wortverbindungen werden sie von Muttersprachlern allerdings nicht als eine Besonderheit empfunden, ihnen erscheinen solche AusdrA¼cke als trivial. Erst im interlingualen Vergleich fAcllt die Besonderheit dieser Wortverbindungen ins Auge: im Englischen *reitet man sein Fahrrad (ride a bike), im Russischen *schlAcgt man ein Tor ein, ein Spaziergang wird *genommen (engl. take a walk), ZAchne werden *gebA¼rstet (engl. brush one s teeth) oder *gewaschen (fr. se laver les dents), ein Vortrag wird *gegeben (engl. to give a talk) oder *gemacht (fr. faire une confAcrence). Solche lexikalischen Kombinationen sind interlingual arbitrAcr, das heiAŸt, dass sie oft von Sprache zu Sprache variieren. Mehr noch, sie sind nicht immer als Kollokationen A¼bertragbar. Was in einer Sprache eine Kollokation ist, kann in einer anderen Sprache ein Idiom, ein einfaches Verb oder eine freie Wortverbindung sein. Deshalb stellen sie, werden sie nicht als Kombinationen gelernt, ein groAŸes Problem fA¼r den Fremdsprachenlerner dar, der sie zwar meistens ohne Schwierigkeiten versteht, mangels einer ausreichenden aktiven Kompetenz aber normalerweise nicht richtig verwenden kann. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, Kollokationen in ihrer Relevanz fA¼r das Lehren und Lernen von Fremdsprachen zu untersuchen und VorschlAcge zu ihrer Behandlung im DaF-Unterricht zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Laufe der Arbeit folgenden Fragen nachgegangen: -Was sind Kollokationen? -Wie unterscheiden sie sich von anderen Arten syntagmatischer Wortverbindungen? -Welche spezifischen Schwierigkeiten bergen sie in sich? -Welchen Stellenwert haben Kollokationen beim Fremdsprachenlernen? -Welche MApglichkeiten bieten sich an, um die Kollokationskenntnisse zu verbessern und die Zahl der Kollokationsfehler zu vermindern? Die vorliegende Arbeit ist in sechs Teile gegliedert. Nach der Einleitung wird das zweite Kapitel einen Aœberblick A¼ber den Forschungsstand auf dem Gebiet der Kollokationen geben. Neben den ersten Beschreibungsversuchen Anfang des 20. Jahrhunderts, die sich zwar mit Kollokationen beschAcftigten, aber noch nicht den entsprechenden Begriff benutzten, werden zwei weitere AnsActze vorgestellt, die sich immer prAcziser mit dem PhAcnomen der Kollokationen auseinandersetzen. Es wird zudem ein Unterschied zwischen der Behandlung der Kollokationen im Rahmen des britischen Kontextualismus und des phraseologischen Ansatzes gemacht, der auf die verschiedenen Ziele ihrer Vertreter zurA¼ckzufA¼hren ist. DarA¼ber hinaus wird eine Parallele zwischen den Erscheinungen der wesenhaften Bedeutungsbeziehungen bzw. der lexikalischen SolidaritActen und den Kollokationen herausgestellt. Die Kollokationsauffassungen des britischen Kontextualismus und des phraseologischen Ansatzes werden einander gegenA¼bergestellt und Schlussfolgerungen A¼ber ihre Vergleichbarkeit gezogen. Im dritten Kapitel wird erlAcutert, welche der Theorien und Beschreibungen sich als geeignet zeigen, im Rahmen der vorliegenden Arbeit zur Anwendung zu kommen. In diesem Kontext werden zwei Ebenen, auf denen Kollokationen betrachtet werden kApnnen, einander gegenA¼bergestellt. Es wird der Frage nachgegangen, welche dieser Kollokationsauffassungen fA¼r den Fremdsprachenunterricht geeigneter ist. AnschlieAŸend werden Kriterien fA¼r die Abgrenzung der Kollokationen von den freien Wortverbindungen und Idiomen aufgestellt und es wird an Beispielen A¼berprA¼ft, ob sie fA¼r die eindeutige Zuordnung der Wortverbindungen zu einer der oben angefA¼hrten Kategorien hinreichend sind. Es wird auAŸerdem ein Versuch unternommen, eine Arbeitsdefinition der Kollokationen zu formulieren. Das vierte Kapitel widmet sich der Auseinandersetzung mit der Rolle der Kollokationen in der Fremdsprachendidaktik. Anhand von Ergebnissen aus empirischen Studien von Peter Howarth, Sylviane Granger und Anna Reder wird das generelle lernerseitige Kollokationsverhalten charakterisiert. AnschlieAŸend wird der Stellenwert der Kollokationen in der Fremdsprachenvermittlung beschrieben und begrA¼ndet, warum Kollokationen als ein wichtiges sprachliches PhAcnomen zu betrachten sind, dessen Bedeutung beim Erlernen einer Fremdsprache gar nicht hoch genug eingeschActzt werden kann. Der Stellenwert der Kollokationen im Fremdsprachenunterricht wird vom Standpunkt der Sprachproduktion und Sprachrezeption betrachtet. AuAŸerdem wird auf die Perspektive der Fremdsprachendidaktik eingegangen und ein Aœberblick A¼ber drei AnsActze gegeben, die den Erwerb und die Vermittlung syntagmatischer Wortverbindungen generell und Kollokationen im Besonderen beleuchten, nAcmlich die AnsActze von Nattinger/DeCarrico, Lewis und Bahns, deren Ideen und VorschlAcge als Grundlage fA¼r die eigenen Aœberlegungen zum Kollokationserwerb im Rahmen der vorliegenden Arbeit dienen. Im fA¼nften Kapitel werden ausgehend vom typischen lernerseitigen Kollokationsverhalten und im Hinblick auf den Stellenwert, der Kollokationen im modernen Fremdsprachenunterricht zukommen sollte, kollokationsrelevante Lernziele dargelegt und didaktische und methodische Aœberlegungen zum Kollokationserwerb angestellt. Es wird eine Aufgaben- und Aœbungstypologie zur Kollokationsschulung vorgeschlagen, die auf einem dreistufigen Konzept der Kollokationsvermittlung beruht. Kapitel 6 bildet mit einer Zusammenfassung sowie einem kurzen Ausblick den Abschluss der vorliegenden Arbeit, die sich auch als ein PlAcdoyer fA¼r die nachhaltige Befassung mit einem bislang teilweise unterschActzten, aber dennoch keinesfalls verzichtbaren Bereich des Lernerwortschatzes versteht. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung4 2.Entwicklung und Definition des Kollokationsbegriffes in der Linguistik7 2.1Verwandte AnsActze8 2.1.1Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen bei Porzig8 2.1.2Lexikalische SolidaritActen bei Coseriu9 2.2Der Kollokationsbegriff im britischen Kontextualismus11 2.2.1Kollokationen bei Firth11 2.2.2Kollokationen bei Halliday und Sinclair12 2.3PhraseologiegeprAcgte Kollokationsauffassung15 2.3.1Kollokationen bei Cowie15 2.3.2Kollokationen bei Benson16 2.3.3Kollokationen bei Hausmann18 2.4Zusammenfassung des zweiten Kapitels20 3.Der Begriff der Kollokation in der vorliegenden Arbeit23 3.1Kollokationsbegriff fA¼r die Fremdsprachendidaktik23 3.2Kollokationen in Abgrenzung von anderen Kategorien der syntagmatischen Wortverbindungen25 3.3Arbeitsdefinition der Kollokationen28 3.4Zusammenfassung des dritten Kapitels32 4.Die Bedeutung der Kollokationen in der Fremdsprachendidaktik34 4.1Lernerseitiges Kollokationsverhalten35 4.2Stellenwert der Kollokationen beim Fremdsprachenlernen43 4.3Didaktische Umsetzung50 4.3.1Nattinger/DeCarrico: Lexical Phrases and Language Teaching50 4.3.2Lewis: The Lexical Approach53 4.3.3Bahns: Kollokationen im Englischunterricht56 4.4Zusammenfassung des vierten Kapitels58 5.Didaktisch-methodische Aœberlegungen62 5.1Kollokationsrelevante Lernziele62 5.2Aufgaben- und Aœbungstypologie64 5.2.1Entdecken der Kollokationen66 5.2.2EinA¼ben der Kollokationen69 5.2.3Aufgaben zum Anwenden der Kollokationen78 5.3Zusammenfassung des fA¼nften Kapitels80 6.Fazit und Ausblick82 7.Literaturverzeichnis87 Textprobe:Textprobe: Kapitel 4, Die Bedeutung der Kollokationen in der Fremdsprachendidaktik: Die Erfahrung zeigt, dass Muttersprachler Kollokationen unbewusst lernen und sie jederzeit problemlos abrufen kApnnen. Sie verwenden intuitiv korrekte und passende Wortverbindungen und verlassen sich dabei einzig auf ihr SprachgefA¼hl. FA¼r die Fremdsprachenlerner dagegen sind Kollokationen keine SelbstverstAcndlichkeiten, sie stellen eine erhebliche Lernbelastung dar und werden hAcufig zu einer Fehlerquelle. AuAŸerdem werden sie von den Fremdsprachlern viel seltener als von den Muttersprachlern benutzt, obwohl ausgerechnet fA¼r die Fremdsprachenlerner die Wichtigkeit der sogenannten Halbfertigprodukte der Sprache unbestreitbar ist. Kollokationskenntnisse erleichtern nicht nur das Verstehen der Sprache, sie optimieren in erster Linie die Sprachproduktionsprozesse. In der einschlAcgigen Literatur herrscht VerstAcndnis darA¼ber, dass die Rezeption von Kollokationen keine groAŸen Probleme bereitet. Die ErschlieAŸung der Bedeutung einer Kollokation kann normalerweise durch die Strategie der freien Wortverbindungen oder mit Hilfe ihrer kontextuellen Umgebung bewerkstelligt werden. Bei ihrer Produktion aber ist man mit der Anwendung der Strategie der freien Wortverbindungen auf dem Holzweg, weil sie zu unA¼blichen Wortverbindungen fA¼hrt, die zwar in meisten FAcllen verstAcndlich sind, aber trotzdem nicht native-like klingen. In diesem Kapitel soll das generelle lernerseitige Kollokationsverhalten charakterisiert werden. Dazu werden Ergebnisse der empirischen Studien von drei Wissenschaftlern benutzt: Peter Howarth, Sylviane Granger und Anna Reder. Es soll an dieser Stelle eingerAcumt werden, dass zwei dieser Studien fA¼r Englisch als Fremdsprache durchgefA¼hrt wurden und nur eine fA¼r Deutsch als Fremdsprache, wobei sich aus ihren Befunden Aussagen A¼ber das generelle Kollokationsverhalten aller Fremdsprachenlerner ableiten lassen. Hierauf wird der Stellenwert beschrieben, den Kollokationen in der modernen Fremdsprachendidaktik einnehmen sollten. Die Wichtigkeit ihrer Vermittlung im Fremdsprachenunterricht wird vom Standpunkt der Sprachproduktion und Sprachrezeption betrachtet. Des Weiteren wird auf die Perspektive der Fremdsprachendidaktik eingegangen und ein Aœberblick A¼ber didaktische AnsActze gegeben, deren Vertreter syntagmatische Wortverbindungen generell und Kollokationen im Besonderen als wichtige lexikalische PhAcnomene betrachten, die eine stAcrkere Beachtung im Fremdsprachenunterricht finden sollten. Leitgedanken dieser Autoren sollen als Ausgangspunkt eigener Aœberlegungen zum Kollokationserwerb dienen. Lernerseitiges Kollokationsverhalten: Viele Fremdsprachenlehrer fA¼hlen sich in ihren Erwartungen enttAcuscht, wenn ihre Lerner trotz grA¼ndlicher und kontextualisierter Wortschatzarbeit WAprter der Zielsprache inkorrekt verwenden. Sie reden von Urteilen, die *ausgetragen oder *gebracht und nicht gefAcllt werden, von Toren, die *eingeschlagen und nicht geschossen werden, sie beschreiben den Schmerz als *scharf und nicht heftig und das Foto als *deutlich und nicht scharf. Ausgangspunkt fA¼r die ErwAcgungen A¼ber den Stellenwert der kollokatorischen Kenntnisse und die anschlieAŸenden didaktisch-methodischen Aœberlegungen zum fremdsprachlichen Kollokationserwerb soll die Darstellung dessen sein, wie es im Allgemeinen um die kollokatorischen Fertigkeiten der Fremdsprachenlerner steht. DafA¼r kApnnen kontrastive Lernersprachenanalysen, die auf der Basis von Textkorpora durchgefA¼hrt werden, wertvolle Anhaltspunkte bieten. Kontrastive Lernersprachenanalysen kApnnen zweierlei Vergleiche beinhalten: den Vergleich der von Fremdsprachlern produzierten A„uAŸerungen mit denen von Muttersprachlern oder den Vergleich fremdsprachlicher A„uAŸerungen von Lernern mit unterschiedlichen Muttersprachen. Vergleichende Studien zu wissenschaftlichen Texten, die von Muttersprachlern und von fortgeschrittenen Fremdsprachenlernern verfasst wurden, liefern Beweise dafA¼r, dass die von Fremdsprachlern produzierten Texte einen wesentlich geringeren Anteil vorgefertigter Sequenzen aufweisen, und zwar insbesondere was Kollokationen und Idiome angeht. Peter Howarth beispielsweise fA¼hrte 1996 eine Studie fA¼r Englisch als Fremdsprache durch, deren Ziel in der Identifikation von Kollokationsfehlern in wissenschaftlichen Texten bestand, die von Nichtmuttersprachlern verfasst wurden, mit der anschlieAŸenden Analyse des kollokatorischen Fehlverhaltens der Fremdsprachenlerner. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein Vergleich der schriftlichen Formulierungen von Muttersprachlern und Nichtmuttersprachlern angestellt im Hinblick auf den Anteil der in ihnen enthaltenen Kollokationen, die Richtigkeit ihrer Verwendung und die Art der KollokationsverstApAŸe. Daten fA¼r die Analyse des muttersprachlichen Kollokationsverhaltens stammten aus zwei Korpora. Das erste Korpus, das zur Analyse herangezogen wurde, war das Lancaster-Oslo-Bergen Korpus, wobei ihm 29 Texte ausschlieAŸlich gesellschaftswissenschaftlichen Charakters entnommen wurden, die etwa 58000 WAprter enthielten. Das zweite Korpus bestand aus juristischen, linguistischen und sozialwissenschaftlichen Texten in elektronischer Form, die 180000 WAprter zAchlten. Daten fA¼r die Untersuchung des nichtmuttersprachlichen Kollokationsverhaltens entstammten zehn Essays mit der Gesamtwortzahl von etwa 25000, die von Masterstudenten in Linguistics und English Language Teaching verfasst worden waren. Diese Studenten kamen aus 7 verschiedenen LAcndern und hatten unterschiedliche sprachliche und soziolinguistische HintergrA¼nde. Bei der Analyse der von den Muttersprachlern produzierten Texte wurde ein Anteil von 33% Kollokationen, die bei Howarth als restricted collocations bezeichnet sind, ermittelt gegenA¼ber einem Anteil von 24% bei Fremdsprachlern. Sylviane Granger untersuchte 1998 den Gebrauch von Kollokationen, die mit Adjektiven und Adverbien auf -ly gebildet sind. Daten fA¼r die Analyse waren aus zwei Korpora gewonnen: einem Korpus mit authentischen englischen Texten und einem Korpus mit Texten, die von fortgeschrittenen Englischlernern verfasst worden waren, deren Muttersprache FranzApsisch ist. Nach einem Vergleich des Gebrauchs dieser Kollokationen durch fortgeschrittene Englischlerner und durch Muttersprachler kam Granger zu dem Schluss, dass die auslAcndischen Lerner deutlich weniger Adjektiv-Adverb-Kollokationen gebrauchen, dass die Wahl der Adjektiv-Adverb-Kollokationen viel begrenzter ist, und, dass wenig spezialisierte Adverbien wie totally oder completely zu hAcufig verwendet werden. Granger zeigte auch, dass Lerner nicht zwischen Kollokationen und unspezifischen, freien Wortverbindungen zu unterscheiden wissen. Muttersprachler und Fremdsprachenlerner unterscheiden sich also hinsichtlich der Anteile vorgefertigter Sequenzen gegenA¼ber konstruierten A„uAŸerungen. WAprter werden von Fremdsprachlern viel hAcufiger als Bausteine und seltener als Bestandteile memorisierter AusdrA¼cke verwendet als dies bei Muttersprachlern der Fall ist. Lerner bedienen sich demzufolge viel hAcufiger des Prinzips der freien Wortwahl (open-choice principle bei Sinclair), wobei Muttersprachler in erster Linie das idiomatische Prinzip (idiom principle bei Sinclair) anwenden. Howarth vertritt die Meinung, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Kollokationsfehler und dem Niveau der allgemeinen Fremdsprachenkenntnisse gibt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass kollokatorische Fertigkeiten der Lerner individuell stark variieren: One of the most telling findings ( ) is the lack of correlation between general proficiency and the number of deviant collocations. ( ) collocational dysfunction appears as a highly individual variable. Dieser Befund von Howarth bestActigt die in Bahns/Sibilis 1992 beschriebenen Lehrerfahrungen, dass auch fortgeschrittene Fremdsprachenlerner, die alle grammatischen Strukturen vollstAcndig beherrschen, nach wie vor LA¼cken in lexikalischen Kenntnissen erkennen lassen: Gerade im fortgeschrittenen Stadium des Fremdsprachenerwerbs, wenn die meisten grammatischen Strukturen behandelt sind und auch weitgehend beherrscht werden, zeigen sich Defizite im Wortschatz.Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, Kollokationen in ihrer Relevanz fA¼r das Lehren und Lernen von Fremdsprachen zu untersuchen und VorschlAcge zu ihrer Behandlung im DaF-Unterricht zu machen.


Title:Kollokationen im DaF-Unterricht
Author: Khrystyna Gevkalyuk
Publisher:diplom.de - 2009-04-01
ISBN-13:

You must register with us as either a Registered User before you can Download this Book. You'll be greeted by a simple sign-up page.

Once you have finished the sign-up process, you will be redirected to your download Book page.

How it works:
  • 1. Register a free 1 month Trial Account.
  • 2. Download as many books as you like (Personal use)
  • 3. Cancel the membership at any time if not satisfied.


Click button below to register and download Ebook
Privacy Policy | Contact | DMCA